Berlin, März 2017 (PRG) – Wenn sich kluge Architektur mit hochwertigen Baustoffen verbindet, kann preiswürdiger und sozial verträglicher Wohnbau entstehen. Für das Siedlungswerk Fulda eG realisierte das Architekturbüro Sturm und Wartzeck 39 Einheiten mit Nettokaltmieten von 5,73 bis 7,64 Euro pro Quadratmeter. Ende 2016 erhielt das Projekt Horasbrücke den Preis der hessischen Landesinitiative Baukultur im Rahmen des Wettbewerbs „Zusammen gebaut – Wohnen: bezahlbar, vielfältig, attraktiv“. Die Verarbeitung des dämmstoffverfüllten Poroton-Ziegels T8-MW für die Gebäudehülle erfüllte den Wunsch des Bauherrn nach Langlebigkeit.

Raumvielfalt dank Baukastensystem

In Proportion und Farbgebung orientieren sich die sechs Gebäude an der Villenarchitektur einer naheliegenden Siedlung. Konzipiert sind sie nach einem Baukastensystem. Frank Nieburg, Vorstandsvorsitzender des Siedlungswerks Fulda eG, hatte großes Interesse an einem Mix verschiedener Grundrisse, sodass sich unterschiedliche Wohnungs- und Grundrisstypen innerhalb der Kubatur kombinieren ließen. „Damit erreichen wir eine für die Siedlung belebende soziale Durchmischung der Bewohner über alle Lebensphasen hinweg“, erläutert Nieburg.

Jeweils versetzte Gebäudehälften gruppieren sich um den Erschließungskern mit Treppe und Aufzug. Die innen liegenden Wohnungen sind über diesen Erschließungskern barrierefrei zu erreichen. Durch zwei zusätzliche seitliche Eingänge können Maisonettwohnungen oder gar ein Reihenhaustyp ausgebildet werden. Wird die Etage nicht geteilt, entsteht eine große durchgängige Wohnung. Die außen liegenden Erdgeschosswohnungen haben jeweils einen seitlichen Eingang. Die Flächen reichen von 55 Quadratmeter für die Single-Wohnung bis zu 145 Quadratmeter für den Typ Reihenhaus. Eine Erdgeschosseinheit bietet Abstellmöglichkeiten für die Hausgemeinschaft. Auf eine Unterkellerung musste aufgrund der Hochwasserproblematik des Auengrundstücks verzichtet werden.

Ziegelkonstruktion auf schwierigem Untergrund

Errichtet wurden die Gebäude mit dem dämmstoffverfüllten Poroton-Ziegel T8-MW in der Stärke 36,5 Zentimeter. Martin Gerhardt, Projektleiter bei Sturm und Wartzeck, entschied sich aus mehreren Gründen für diesen Baustoff. Das Wohnquartier Horasbrücke liegt am Rand der Fuldaer Kernstadt in der Auenlandschaft des Flusses Fulda. Die Tragfähigkeit des Baugrunds reichte aufgrund der moorigen Zusammensetzung für den Geschossbau nicht aus, zur Stabilisierung mussten Schotterstopfsäulen eingesetzt werden. Durch sein vergleichsweise geringes Gewicht eignete sich der T8-MW besser für die Verarbeitung auf dem schwierigen Untergrund als alternative Baustoffe.

Die regionale Verfügbarkeit des Baustoffs Ziegel half, Kosten zu minimieren. „Und wegen des großen Marktanteils in der Region konnten wir eine hohe Verarbeitungsqualität durch lokale Handwerker sicherstellen.“ Hinzu kamen die Eigenschaften des T8-MW hinsichtlich Hygroskopizität und Langlebigkeit. Dämmstoffverfüllte Ziegel bieten beste raumklimatische Eigenschaften und ermöglichen, monolithisch ohne Außendämmung zu bauen. Aufwendige Erhaltungskosten fallen somit weg. Die Anforderungen an Statik, Wärme-, Brand- und Schallschutz werden selbstverständlich erfüllt. „Außerdem sind Ziegelgebäude langlebig. Mit Standzeiten von über 100 Jahren sind sie eine nachhaltige Wertanlage für Investoren“, erläutert Gerhardt.

Attraktiv und sozial verträglich wohnen

Nicht nur bei der Gebäudehülle wurde auf langlebige Materialien und Qualität Wert gelegt. Die Verglasungen der Penthäuser sind als Pfosten-Riegel-Fassade mit Holz-Aluelementen ausgeführt. Die Böden der Treppenhäuser, Bäder sowie Küchen sind mit Naturstein belegt, ansonsten wurde geöltes Eichenstabparkett verlegt. Die Versorgung mit Nahwärme übernimmt eine zentrale Pelletheizung im Technikgebäude der Siedlung, flankiert durch Solarthermie auf den Hausdächern für die Warmwasserbereitung. Die Wärmeverteilung in den Wohnungen erfolgt über Fußbodenheizungen. Eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung unterstützt das gesunde Raumklima und reduziert Lüftungswärmeverluste, indem die Frischluft über die Abwärme der Fortluft vorgewärmt wird.

Neben den sehr günstigen Nettokaltmieten profitieren die Mieter von Dauernutzungsverträgen und lebenslangem Wohnrecht. Direkt vor dem Wohnpark hält der Stadtbus, mit dem die Innenstadt von Fulda mit ihren historischen Gebäuden, kulturellen Einrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten schnell zu erreichen ist. Frank Nieburg bilanziert: „Schon als ich das Gelände zum ersten Mal sah, wusste ich: Das ist ein sehr guter Platz zum Wohnen.“

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Bildunterschrift 01:

Das Siedlungswerk Fulda eG baute in den Fulda-Auen eine Wohnanlage mit 39 Einheiten. Der Mix verschiedener Wohnungstypen innerhalb der Kubatur sorgt für soziale Durchmischung im Quartier. Die versetzte Anordnung schafft hohen Wohnwert und ausreichend Privatsphäre. Die Bewohner besitzen lebenslanges Nutzungsrecht – bei Nettokaltmieten von 5,73 bis 7,64 Euro pro Quadratmeter. Die Gebäude sind mit dem dämmstoffverfüllten Poroton T8-MW in der Stärke 36,5 Zentimeter errichtet.

Foto: Deutsche Poroton / Wolfgang Fallier

Bildunterschrift 02:

Dank monolithischer Ziegelbauweise konnte auf eine zusätzliche Außendämmung verzichtet werden, sodass lange Lebensdauer sowie wirtschaftlicher Unterhalt der Fassaden gewährleistet ist. Mit Vorsatzschalen aus Klinkern sind die Eingangsbereiche und die Einhausungen für Abfallbehälter optisch akzentuiert.

Foto: Deutsche Poroton / Wolfgang Fallier

Bildunterschrift 03:

Trotz günstiger Mieten sind die Wohnungen hochwertig ausgestattet. Zu den Freisitzen hin verfügen sie über großzügige Verglasungen, die als Pfosten-Riegel-Fassaden mit Holz-Aluelementen ausgeführt sind. In den Wohnräumen ist geöltes Eichenstabparkett verlegt.

Foto: Deutsche Poroton / Wolfgang Fallier

Bildunterschrift 04:

Langlebige Materialien auch in den Bädern: Die Böden sind mit Naturstein ausgelegt, die Wände mit hochwertigen Armaturen ausgestattet. Bodengleiche Duschen berücksichtigen die Bedürfnisse älterer Mieter.

Foto: Deutsche Poroton / Wolfgang Fallier

Bildunterschrift 05:

Die modulare Bauweise sorgt für sieben verschiedene Wohnungstypen innerhalb der vorgegebenen Kubatur. Die Flächen reichen von 55 Quadratmeter für die Single-Wohnung bis zu 145 Quadratmeter für den Typ Reihenhaus.

Grafik: Sturm & Wartzeck

Bildunterschrift 06-08:

Die versetzte Anordnung der Gebäudehälften um den Erschließungskern sowie zwei Modulmaße von fünf und sieben Metern je Gebäudehälfte ermöglichen eine attraktive Vielfalt an Wohnungstypen und –größen, sowohl vertikal als auch horizontal.

Grafik: Sturm & Wartzeck 

 

BAUTAFEL

Bauherr

Siedlungswerk Fulda e.G.

siedlungswerk-fulda.de

Architekturbüro

sturm und wartzeck GmbH (BDA)

sturm-wartzeck.de

Investitionsvolumen

8 Millionen Euro (Gebäude)

10 Millionen Euro (Gesamt)

Konstruktion

Massivbauweise, sechs Häuser, drei Geschosse, 39 Wohneinheiten, Bruttogeschossfläche 5 936 m²

Außenwände

Monolithische Außenwand aus dämmstoffverfüllten Poroton T8-MW, 36,5 Zentimeter, U-Wert der Außenwand 0,21 W/m2K

Effizienzhausstandard

EnEv 2009

Jahresprimärenergiebedarf

13 kWh/(m2a)

Haustechnik

Zentral per Pelletheizung als Nahwärme, Solarthermie, Fußbodenheizung, zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Ansprechpartner

Astrid Große

Astrid Große

Telefon: (030) 49 98 94 00
E-Mail: astrid.grosse@pr-grosse.de

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