04/2011 Wasserkocher vor Kochtopf? Drucken E-Mail
HEA

Untersuchung der Uni Bonn bestätigt versteckte Sparpotenziale im Haushalt

Wie sehr es sich lohnt, Tipps vom Fachmann für die Küche zu beachten, zeigen die Ergebnisse einer Untersuchung der Universität Bonn. Haushaltstechniker Professor Dr. Rainer Stamminger und seine Mitarbeiter untersuchten im Auftrag der HEA - Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung  typische Garvorgänge wie die Zubereitung von Kaffee, Eiern oder Kartoffeln und bestimmten die energiesparendste Methode.

Wasser gehört in den Kocher…

Der elektrische Wasserkocher ist die schnellste und günstigste Variante für das Erhitzen von Wasser. Seine integrierte Abschaltautomatik schützt sicher vor Verschwendung. Damit schlägt er Kochtopf und Mikrowelle.

In einer Kaffeemaschine mit Thermoskanne lässt sich Kaffee am effizientesten zubereiten und warmhalten. Hier wird nur Energie für das Kaffeekochen benötigt, im Gegensatz dazu kostet die Warmhalteplatte bei der Kaffeemaschine mit Glaskanne zusätzlich Energie, der Verbrauch kann dadurch bis zu dreimal höher sein.

… und der Deckel auf den Topf

Für Speisen mit längeren Garzeiten, etwa Kartoffeln, kamen Kochtopf, Dampfgarer und Schnellkochtopf auf den Prüfstand. Wenn der Topf mit Deckel benutzt und nur wenig Wasser eingefüllt wird, belegt der Kochtopf Platz Eins. Erst dann folgen Schnellkochtopf und Dampfgarer. „Wichtig“, so Professor Stamminger, „ immer Deckel auf den Topf und Heizleistung anpassen. Die dreifache Energiemenge benötigt, wer Kartoffeln ohne Deckel und mit viel Wasser kocht.“

Ein Eierkocher ist praktisch, denn dank Abschaltautomatik muss der Kochvorgang nicht überwacht werden. Zudem kann man hartgekochte Eier darin besonders energiesparend zubereiten. Aber wie viel Energie lässt sich sparen? Im Vergleich zum Kochen im Topf ohne Deckel verbraucht ein Eierkocher nur etwa ein Viertel. Wird die Topfmethode optimiert, also mit Deckel gekocht und nach dem Ankochen die Leistung der Kochstelle rechtzeitig reduziert, ist der Eierkocher dennoch um die Hälfte sparsamer.

„Während die meisten Menschen beim Kauf von Haushaltsgeräten wie Waschmaschine und Kühlschrank schon jetzt auf geringen Energieverbrauch achten, sind die alltäglichen Handgriffe kaum im Blick. Die Untersuchung hat bestätigt: Hier verbirgt sich beachtliches Einsparpotenzial“, so der Kommentar von Claudia Oberascher von der HEA. Wird z. B. jeden Tag ein Kochprozess von rund 20 Minuten Dauer optimiert, können pro Haushalt und Jahr 147 Kilowattstunden eingespart werden.

Hinweise für energiesparendes Kochen

  • Wasser im elektrischen Wasserkocher erhitzen
  • Kochtopf nur mit Deckel benutzen und nach dem Ankochen Hitze reduzieren
  • Spezielle Geräte wie Mikrowelle und Eierkocher sind geeignet für kleinere Portionen und kurze Garzeiten
  • Kaffeemaschinen mit Thermoskanne nutzen
  • Zubereitung größerer Mengen spart Energie

Die Ergebnisse der Untersuchung werden auf dem Internationalen Energieeffizienzkongress EEDAL 2011 vorgestellt. Er findet vom 24. bis 26. Mai in Kopenhagen statt und ist eine der bedeutendsten Veranstaltungen zur Energieeffizienz in privaten Haushalten. Gefördert von der europäischen Kommission und dem dänischen Ministerium für Klima und Energie, stellen namhafte Repräsentanten der Industrie, Wissenschaft und Forschung sowie von Regierungen und internationalen Organisationen entsprechende Programme sowie Analysen und Berichte vor.

Die HEA-Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V. hat ihren Sitz in Berlin. Sie ist der Marktpartnerverbund der Energiewirtschaft. Mitglieder sind Energieversorger, Unternehmen der Elektroindustrie sowie die Spitzenverbände der Elektro- und Sanitärfachhandwerke. Schwerpunkt der Arbeit ist, über energieeffiziente Anwendungstechnik zu beraten und zu informieren. Unter ihrem Dach werden drei Marktinitiativen gebündelt: ELEKTRO+, HAUSGERÄTE+ und WÄRME+.

Weitere Informationen: www.hea.de

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Bildunterschrift:

Wer Speisen im Topf ohne Deckel kocht, verschwendet Energie.

Foto: Fotolia / Oliver-Marc Steffen

 
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