44/2011 Premiere für Garten der Religionen in Köln Drucken E-Mail
Wienerberger GmbH

Inmitten der lebhaften und interreligiösen Rheinstadt ist im September ein besonderer Ort der Ruhe und Meditation entstanden. Auf dem Gelände eines ehemaligen Jesuitenklosters eröffnete deutschlandweit der erste Garten der Religionen. Initiator war der Katholische Verband INVIA für Mädchen- und Frauensozialarbeit in Köln, dessen Schulungs- und Verwaltungsgebäude, Ausbildungsrestaurant und Lehrküche sich hier befinden. Idee und Entwurf für das Projekt stammen von der Landschaftsarchitektin Maria Mandt (BDLA) aus Bornheim. In nur 17 Wochen gelang es, einen spirituellen Raum zu schaffen und mit Leben auszufüllen, der seinesgleichen sucht. Relikte des ursprünglichen Klostergartens, darunter die alte Obstbaumallee, bilden heute das Herzstück. Während der Bauphase wurden sie entsprechend geschützt.

Idee war es, einen Garten zu schaffen, der zum Gedankenaustausch über Glauben unterschiedlichster kultureller und religiöser Herkunft anregt. Jeder der fünf Weltreligionen hat Mandt eine Fläche zugeordnet. Unter freiem Himmel inmitten von Grün entdeckt der Besucher elf Stationen. Fünf von ihnen stehen für Christentum, Judentum, Islamismus, Buddhismus und Hinduismus. Sie sind chronologisch nach dem Entstehen der Religionen angeordnet. Symbole und Schriftzüge in Stein setzen Blickpunkte. Die Verwendung von Lautschrift unterstützt die Kommunikation. Interaktive Möglichkeiten wie eine Bodensonnenuhr, die nur funktioniert, wenn der Mensch Schattengeber und damit Zeiger ist, oder Asphaltflächen zum Beschreiben mit Kreide erhöhen den Erlebniswert für jüngere Besucher.

Pflasterklinker als stilprägendes Element

Zwischen Refektorium und der Alten Sakristei des Klostergebäudes betritt der Besucher den Garten. Die Wege aus rotbuntem Pflasterklinker der Marke Terca von Wienerberger werden durch ihre Anordnung als Pflasterbänder im 45-Grad-Winkel zum Orientierungspunkt und Wegeleitsystem zur Gartenanlage

2 650 Quadratmeter groß war die Bearbeitungsfläche für Maria Mandt insgesamt. Die erfolgreiche Landschaftsarchitektin brachte in die Arbeit sehr viele kreative Erfahrungen ein, hat sie doch in den USA Kunst studiert und inzwischen zahlreiche Ausstellungen mit Malerei, Plastiken und Installationen bestritten. Kräftige Farben und überraschende Formen fallen auf. Es gibt keine Scheu vor Ausdruck. Dennoch wirkt nichts überladen oder implantiert.

Das Projekt tritt für den Dialog der Religionen ein. Das spiegelt sich in der Mannigfaltigkeit und Kombination unterschiedlichster Materialien wider. Verschiedene Belagmaterialien für Wege und Terrasse kamen zum Einsatz. Bäume, Hochbeete, Hecken und Sträucher sorgen für ein abwechslungsreiches Bild; Grasflächen laden zum Betreten und Platznehmen ein. Sogar grillen ist möglich. Das angrenzende Restaurant ‚Refektorium‘ steht den Besuchern offen für vertiefende Gespräche.

„Vorgabe des Bauherren war es, das vorhandene graue Betonpflaster im Innenhof, noch keine vier Jahre alt, wiederzuverwenden. „Das stellte mich vor die Herausforderung, den Charme der alten Anlage herauszuarbeiten, mit einem schlichten funktionalen Material zu kombinieren und trotzdem nichts zu ‚übermalen‘. Die Veredlung gelang durch den Einsatz von rotbunten Kohlebrandpflasterklinkern ‚Westfalen‘ der Marke Terca“, so die Architektin.

Die Landschaftsgärtner um Galabau-Meister Heinz Klein aus Bornheim wussten zum einen das logistische Problem zu lösen, die Betonsteine zwischenzulagern, und zum andern den Transport aller Baumaterialien wie Aushubmassen, Schotter, Steine, Pflasterklinker, Erde, Rasen und Pflanzen nur mit Radladern durch das denkmalgeschützte Einfahrtstor zu bewältigen, das keine LKW-Durchfahrt zuließ.

Den erfahrenen Galabauer Klein und seine Mitarbeiter überzeugten die gute Verarbeitbarkeit der Klinker und ihr lebhaftes Farbbild. Das Material mit seinen ruhigen Erdtönen hat durchgängig eine ehrliche Farbgebung. Sie wirkt nicht aufdringlich und bleicht nicht aus. Die Integration brachte sehr schöne Effekte in der Wahrnehmung des Gesamtprojekts. Mandt verwendete den Klinker auch für ein mäanderartiges rotes Band, eingebettet in eine wassergebundene Wegedecke, die das Thema „Wüste“ symbolisiert. Das Motto lautet passend zum Konzept des Garten ‚Riss im Leben‘. Ein einfaches, skulptural wirkendes Bild ist entstanden.

Besucher, die noch das alte zugewucherte Gelände in Erinnerung haben, können ihre Begeisterung kaum bremsen. Inzwischen ist der Garten der Religionen zum Besuchermagnet geworden. „Zur Eröffnung hatten wir Vertreter der anderen Religionen zu Gast, die uns freimütig ihre Anerkennung für das gelungene Projekt des Dialogs gezollt haben“, so Sibylle Klings, Geschäftsführerin INVIA in Köln. „Und unsere Auszubildenden in der Lehrküche und im Lehrrestaurant freuen sich über die zahlreicher gewordenen Gäste.“

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Bildunterschrift 1:

Inmitten der quirligen Kölner Innenstadt ist mit dem Garten der Religionen eine Oase der Entschleunigung und damit der Besinnung entstanden. Ein Rundweg mit elf Stationen zum Thema Glauben wurde in einem ehemaligen Klostergarten angelegt. Rotbunte Pflasterklinker unterstützen das Leitsystem der Wege und setzen bewusste Akzente für die Besucher.

Foto: Wienerberger / Hartmuth Schütt

Bildunterschrift 2:

Pflasterklinker der Marke Terca fassen sehr schön das „Spiel des Lebens“ ein. Der Besucher wird aufgefordert, eine Holzkugel über konzentrisch angeordnete Kreise bis in die Mitte zu rollen, was gar nicht so leicht ist, da die Kugel eine Delle hat.

Foto: Wienerberger / Maria Mandt

Bildunterschrift 3:

Das Band aus Plasterklinkern symbolisiert die Irr- und Umwege im menschlichen Dasein. Sein Motto: Riss im Leben.

Foto: Wienerberger / Maria Mandt

Bildunterschrift 4:

Der Terca-Klinker „Westfalen“ harmoniert hervorragend mit anderen Materialien. Hier haben die Gala-Bauer gekonnt die Dynamik des Kreises umgesetzt.

Foto: Wienerberger

Bildunterschrift 5:

Der Garten der Religionen steht allen Interessierten von Montag bis Freitag kostenfrei zur Verfügung. Interaktive Elemente machen die neue Adresse in Köln auch attraktiv für junge Leute. Der Hausherr möchte auch den Dialog zwischen den fünf großen Glaubensrichtungen in der multikulturellen Stadt Köln bereichern.

Foto: Wienerberger / Maria Mandt

Bildunterschrift 6: 

Im Zusammenspiel mit Natursteinmauern setzen die rotbunten Kohlebrandklinker wirkungsvoll Akzente im Garten.

Foto: Wienerberger

Bildunterschrift 7: 

Pflasterklinker überzeugen durch Strapazierfähigkeit und lebenslange Farbechtheit Die Fachleute des GalaBau-Unternehmens Heinz Klein realisierten im Garten der Religionen zahlreiche Verlegemuster.

Foto: Wienerberger / Maria Mandt

Bildunterschrift 8:

Plan des Gartens der Religionen Köln

Foto: Wienerberger / Maria Mandt

 
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