24/2011 Moderner Strafvollzug hinter roter Klinkerfassade Drucken E-Mail
Wienerberger GmbH

Hannover, Juli 2011 (PRG) – Bis 2014 wird die Justizvollzugsanstalt (JVA) Brandenburg an der Havel vollständig saniert und modernisiert sein. Erste Umgestaltungen in der äußeren Sicherheitszone wurden bereits abgeschlossen. Die hier errichteten funktionalen Zweckbauten mit Verblendmauerwerk folgen der traditionellen Materialsprache der Bestandsgebäude und fügen sich harmonisch in das städtebauliche Konzept Brandenburgs ein. Verarbeitet wurde der Bockhorner-Klinker „Jemgum Rot Kohlebrand“ aus dem Wienerberger-Sortiment. Die rot-braune Fassade steht damit in ästhetischem Kontrast zu den grauen Fenstern und Türen.

Die Haftanstalt ist eine der größten sowie ältesten im gleichnamigen Bundesland und galt nach Errichtung in den 1930ern als sicherste und modernste Europas. Heute steht die Anstalt mit mehreren Gebäuden unter Denkmalschutz. Die roten Ziegelfassaden strahlen nicht nur Dominanz und Stärke aus, sie verkörpern zugleich staatliche Macht. Vor den Modernisierungsmaßnahmen entsprach die JVA nicht dem heute üblichen Standard im modernen Strafvollzug. Neben der Realisierung von technischen Neuerungen wurde die Sicherheit erhöht, aber auch die Arbeitsbedingungen für die Angestellten verbessert. Das neue Gebäudeensemble – ein Pforten-, ein Betriebs- und ein Besuchergebäude – orientiert sich dabei symmetrisch an der Mittelachse des historischen Bestands. Die größte Herausforderung war, die Bauarbeiten bei laufendem Gefängnisbetrieb durchzuführen.

Nach historischem Vorbild

Als Analogie zur denkmalgeschützten Kernanstalt und Umweh-rungsmauer im inneren Bereich wurde der passende Vormauerziegel ausgesucht. In einem Auswahlverfahren entschieden sich die Denkmalschutzbehörde, das Architekturbüro DHBT Architekten, Cottbus, und der Bauherr, der Brandenburgische Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB), Potsdam, für den Bockhorner-Klinker „Jemgum Rot Kohlebrand“ von Wienerberger mit einer glatten Oberfläche. Die rot-braun schimmernde Fassade wirkt durch die Anordnung im Gotischen Verband – ebenfalls in Anlehnung an die ursprüngliche Verlegungsart – anspruchsvoll und individuell. Hierbei wechseln sich in jeder Steinschicht jeweils zwei quer gemauerte Ziegel, Binder, und zwei längs verlegte Ziegel, Läufer, regelmäßig ab. Hergestellt wird die qualitativ hochwertige Sorte in einem aufwändigen Produktionsverfahren im Wienerberger-Werk Baalberge bei Halle. Bei Brenntemperaturen von über 1 100 °C beginnen die Naturmaterialien außenseitig zu schmelzen, wodurch eine glasähnliche Oberfläche entsteht. Dieser Prozess bewirkt, dass die Klinker nur sehr wenig Wasser aufnehmen und besonders widerstandsfähig werden. Die fertige Klinkerfassade ist zudem wartungsfrei.

Fachgerechte Verarbeitung

Die Bauausführung des Verblendmauerwerks übernahm die erfahrene Firma Drantmann Klinkerbau aus Berlin. Um Zwängungsspannungen zu vermeiden, die Risse zur Folge haben können, wurden in der Außenschale nach DIN 1053-Teil 1 Dehnungsfugen in einem Abstand von sechs bis acht Metern angeordnet. Die dadurch getrennten Fassadenabschnitte, in sich festgefügte Wandscheiben, befestigte das Unternehmen mit Drahtankern an der tragenden Wand. Für ein einheitliches Bild wurden die Fugen bündig abgeschlossen. Dabei wurden sie so ausgeführt, dass der Regen an der Fassade ungehindert herunterfließen kann. Dringt dennoch Wasser in den Kerndämmungsbereich ein, sorgen offene Fugen für den Feuchteabzug. Um Versteckmöglichkeiten im Außenbereich zu minimieren, wurden diese mit kleinen Metallgittern versehen.

Mit der Errichtung der Neubauten im äußeren Bereich beginnt eine aufwändige Umgestaltung der JVA Brandenburg an der Havel.

Bildunterschrift 1:

Für die Fassaden der Neubauten wurde der Bockhorner-Klinker „Jemgum Rot Kohlebrand“ aus dem Wienerberger-Sortiment gewählt. Die besondere Ausstrahlung wird durch das differenzierte Farbspiel erzeugt.

Bildunterschrift 2:

Das funktionale Gebäudeensemble in der äußeren Sicherheitszone der JVA Brandenburg mit Betriebs-, Pforten- und Besuchergebäude (v. l. n. r.).  Die rote Ziegelfassade in Kombination mit grauen Fenstern wirkt modern.

Bildunterschrift 3:

Das Betriebsgebäude der JVA mit einer Mischfassade aus Klinker und einer Verkleidung aus Metall.

Bildunterschrift 4:

Zweckbau: Das Betriebsgebäude bietet Unterstellmöglichkeiten für PKWs und Busse.

Bildunterschrift 5:

Die Anordnung im Gotischen Verband erfolgte nach historischem Vorbild des Bestandsgebäudes. Offene Fugen, mit Metallgittern versehen, sorgen für Feuchteabzug.

Bildunterschrift 6:

Senkrechte Dehnungsfugen vermeiden Zwängungs-spannungen und damit Risse in der Fassade. Die Fugen wurden in einem Abstand von sechs bis acht Metern angeordnet, hier in einer Linie mit den Fensterlaibungen.

Bildunterschrift 7:

Die zum Teil sanierte Mauer vor dem Kerngebäude: Mit den Fensterfaschen wurde nicht nur die Fassade verschönert, sondern eine Verbindung zum historischen Mauerwerk hergestellt.

Fotos: Wienerberger GmbH / Frank Korte

 
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