Tübingen. Das Haus mit Garten war zu lange Traum deutscher Häuslebauer; zersiedelte Landschaften und verschuldete Bürger seien die Folge, kritisiert Niklas Maak, Leiter des Kunstressorts der FAZ. In Japan, finde man sie, die zukunftsträchtigen Wohnformen wie das Moriyama House in Tokio, ein Park aus ein- bis dreigeschossigen Kuben. Das Problem vieler Wohngemeinschaften: fehlende Privatsphäre. Jedes Moriyama-Haus bietet alles was der Tokioter zum Leben braucht. Kontakt zu Außenwelt und Mitbewohnern kann er suchen, muss er aber nicht. Die Wohnwürfel verschmelzen öffentlichen und privaten Raum ohne die Bedürfnisse der Bewohner zu missachten.

Das ließe sich auf Deutschland übertragen: Die Privatsphäre auf das wirklich nötige Maß reduzieren statt sich für überdimensionierte Häuser zu verschulden. Das Wohngebäude als Teil des öffentlichen Raumes sehen statt sich abzuschotten. Häuser die mit Generationen und Lebenskonzepten wachsen.

Maaks Konfrontation deutscher Gemütlichkeit mit japanischer Avantgarde verspricht einen anregenden Abschluss der Vorlesungsreihe. Der Vortrag findet am 28. Februar 2012, 20 Uhr, im Kupferbau der Universität Tübingen, Hörsaal 22, statt. Architektur Heute wird gefördert von der Sto-Stiftung. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen: www.sto-stiftung.de.

 

Bild: Sto-Stiftung

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