Sto-Stiftung

Ist der Azubi im Handwerk vom Aussterben bedroht?

Berlin. Badische Stuckateurbetriebe konnten, entgegen dem bundesweiten Trend, seit drei Jahren die Zahl der Lehrabbrüche fast auf Null senken. Beim ersten bundesweiten Bildungskongress des Bauhandwerks, maßgeblich von der Sto-Stiftung konzipiert und finanziert, wurde am vergangenen Wochenende in Berlin heiß diskutiert, wie man eine Nachwuchskrise im deutschen Handwerk verhindert.

Das Modell Azubi-Trainer, entwickelt am Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade in Rutesheim, wurde nicht nur theoretisch vorgestellt. Stuckateurmeister Ralf Albert schickte drei seiner Mitarbeiter nach Berlin, die den über 150 Teilnehmern des Kongresses einen praxisnahen Blick in den Arbeitsalltag von Azubis und ihrem Trainer gewährten. Sie betonten, dass Unternehmer mehr Mut zu neuen Ausbildungskonzepten zeigen sollten und dass eine fundierte Ausbildung die sicherste Zukunftsperspektive ist. Bildungsexperten, Ausbilder und Unternehmer zeigten sich beeindruckt vom selbstbewussten Auftritt des Nachwuchs-Trios.

Oliver Vana (37), Geselle im Stuckateurbetrieb Albi in Hüfingen, ist einer der erfolgreichsten Azubi-Trainer des Landes. Vana sieht sich als Schnittstelle zwischen Chef und Azubi, der junge Menschen „ins Berufsleben begleitet und auch mal ein offenes Ohr für private Probleme hat.“ In drei halbtägigen Seminaren wurde er für seine Tätigkeit geschult, der Rest ist Einfühlungsvermögen, Idealismus und „wirklich viel Herz.“ Wichtig ist außerdem der kontinuierliche Austausch mit anderen Trainern. 110 der Ausbildungsbegleiter gibt es bereits in Baden-Württemberg. Einmal jährlich treffen sie sich in kleinen Gruppen um Erfahrungen auszutauschen und Tipps für Problemlösungen zu geben.

Aktuell betreut Vana  Azubi Adem Günli, der einen mit Migrationshintergrund hat: „Mit seinen Schulnoten hätte er wenig Chance auf die Ausbildung gehabt, aber er hat im Praktikum seinen eisernen Willen bewiesen und sich den Platz hart erkämpft.“ Ein Ausbildungsbetrieb muss sich bewusst sein, dass er nicht nur einen Handwerker ausbildet, sondern junge Menschen ins Berufsleben begleitet. Azubi-Trainer, wie Oliver Vana sind Ansprechpartner bei beruflichen und privaten Problemen, geben ihre Lebenserfahrung und ihren Stolz auf das Handwerk an den Nachwuchs weiter. Denn gut ausgebildete und selbstbewusste Gesellen sind die beste Werbung für das traditionelle Handwerk. Das bewies Daniel Gemeinder (19), der von Vana durch die Lehre begleitet wurde und diese vor kurzem erfolgreich abgeschlossen hat, in Berlin: „Es tut gut einen Ansprechpartner zu haben, davon waren meine Klassenkameraden in der Berufsschule sehr beeindruckt. Wenn ich etwas Berufserfahrung gesammelt habe, möchte ich auch als Azubi-Trainer arbeiten, mein Wissen und meine Begeisterung für den Beruf weitergeben.“


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Weitere Informationen:

Deutsches Stiftungszentrum GmbH
Barkhovenallee 1 | 45239 Essen
Tel.: (0201) 84 01-0
Fax: (0201) 84 01-255
E-Mail:
www.sto-stiftung.de


Kompetenzzentrum für Ausbau und Fassade
Siemensstr. 8 |71277 Rutesheim
www.stuck-komzet.de


Bildunterschrift 1:

Junggeselle Daniel Gemeinder, Azubi Adem Günli und Azubi-Trainer Oliver Vana (von links nach rechts) stehen für den Erfolg des innovativen Bildungskonzeptes. Foto: Sto-Stiftung/Peter Himsell

Bildunterschrift 2:

Azubi Adem Günli, (links) warb leidenschaftlich für das Konzept Azubi-Trainer. Die Gesellen Oliver Vana (Mitte) und Daniel Gemeinder (rechts) berichteten von ihrem beruflichen Erfolg. Foto: Sto-Stiftung/Peter Himsel

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Bert Große

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Telefon: (030) 49 98 94 00
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