Modell „Azubi-Trainer“ bundesweit fördern und ausbauen

Sto-Stiftung fördert Bildungskongress für das Stuckateurhandwerk

(Essen/Berlin) Erstmals in Deutschland beschäftigt sich ein Kongress mit der Aus- und Weiterbildung von „Azubi-Trainern“ im Handwerk. Das sind erfahrene Gesellen oder Meister, die Auszubildende mit immer schlechter werdenden Berufsvoraussetzungen in der Praxis tagtäglich begleiten und letztlich für deren Lernerfolg Verantwortung tragen. Die Idee, die jetzt deutschlandweit im Stuckateurhandwerk greifen soll, stammt aus Baden-Württemberg. Das Modell, entwickelt vom Kompetenzzentrum Ausbau und Fassade, hat darüber hinaus alle Voraussetzungen, auch in anderen Lehrberufen angewendet zu werden.

Am 12. und 13. November veranstalten der Bundesverband Ausbau und Fassade (BAF), die Sto-Stiftung und das Kompetenzzentrum Ausbau und Fassade des Landes Baden-Württemberg in Berlin einen Bildungskongress für das Stuckateurhandwerk. Die Veranstaltung steht unter Schirmherrschaft der Bundesbildungsministerin Prof. Annette Schavan.

Hintergrund sind gestiegene Anforderungen an das Bildungsniveau der Gesellen, gravierende demografische und soziokulturelle Veränderungen bei Jugendlichen sowie veränderte Strukturen in der Bildungslandschaft durch mehr überbetriebliche Einrichtungen. Diesen Aspekten widmen sich u.a. der Jugendforscher Prof. Klaus Hurrelmann und der Soziologe Prof. Stefan Hradil. Experten aus Handwerkspraxis und beruflicher Bildung reichern den Erfahrungsaustausch an.

„Die Energieeinsparverordnung hat die Ressourcenschonung und damit Wärmedämmung der Gebäude zu einer zentralen Aufgabe des Stuckateurhandwerks gemacht. Unser Betriebe verantworten am Bau die meisten Schnittstellen zu anderen Gewerken und entscheiden damit über die Gesamtqualität bei Neubau oder energetischer Sanierung“, so Jürgen G. Hilger, Vorsitzender des BAF. Begabte Gesellen oder Meister sind auf der Baustelle die eigentlichen Trainer für den Nachwuchs. Ihr Einfühlungsvermögen, ihre Motivation und praktischen Kenntnisse entscheiden darüber, ob und mit welchem Abschluss die Azubis ihre Lehre beenden und dann im Beruf bleiben.

„Der Kongress in Berlin stellt sich einer beispielhaften Aufgabe über Berufssparten und Ländergrenzen hinweg“, so Konrad J. Richter, Stiftungsrat der Sto-Stiftung. „Deshalb unterstützen wir dieses Projekt großzügig, denn wir sind sicher, im Gerangel um Bildungskompetenzen und -hoheiten können nur neue Wege zum Erfolg führen. Der Nachwuchsmangel im Handwerk ist dafür ein wichtiges Indiz.“

Derzeit beschäftigt das Stuckateurhandwerk in Deutschland 30 000 Mitarbeiter und bildet etwa 2 000 Lehrlinge aus. Das traditionsreiche Handwerk kümmert sich heute um Wärmedämmung und innovativen Trockenbau. Mehr als andere übernimmt die Branche Verantwortung für Klimawandel und Ressourcenschonung.

Details zu Programm und Anmeldung unter www.sto-stiftung.de

Foto: KOMZET

 

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